Pastel Ball
Pastel Ball ist eine grosse Pastell-Sphäre, die visuelle und akustische Reize der Umgebung filtert. Die Therapieperson und die nutzende Person können sich dabei im selben gemeinsamen Raum befinden. Pastel Ball ist keine Bewegungsanwendung.

Zielgruppe und Herausforderung
Pastel Ball richtet sich in erster Linie an Menschen, die mit Demenz leben. Emotionale Belastung gehört zu den grössten, bisher wenig unterstützten Bedürfnissen in der Demenzpflege.
Mögliche Schwierigkeiten sind unter anderem Unruhe, Angst, emotionale Belastung, Apathie, Verwirrtheit, Reizüberflutung – nicht jede Person mit Demenz erlebt diese Zustände in gleicher Weise oder gleich stark.
Wenn emotionale Belastung zunimmt, kann das die Kommunikation erschweren, den Widerstand gegen Pflegehandlungen erhöhen und die Lebensqualität beeinträchtigen.
Warum Pastel Ball?
Pastel Ball ist als begleitete Plattform zur emotionalen Regulation konzipiert. Pastel Ball schafft einen geschützten, kontrollierbaren virtuellen Raum, in dem eine begleitende Fachperson die Umgebung und einzelne Reize gezielt an den gewünschten emotionalen Zustand anpassen kann.
Je nach Ziel soll dies Beruhigung, Reduktion von Überstimulation, emotionales Gleichgewicht, Aktivierung, Engagement, Erinnerungsarbeit und bedeutungsvolle Gespräche ermöglichen. Die Annahme ist, dass ein gezielt reduziertes und personenzentriertes Umfeld die emotionale Regulation unterstützen kann – ein erwiesener klinischer Effekt wird nicht versprochen; die tatsächliche Wirkung soll wissenschaftlich untersucht werden.
Wie funktioniert es?
Pastel Ball nutzt zwei verbundene Headsets. Die begleitende Fachperson steuert die Sitzung, wählt das Ziel und passt Umgebung und virtuelle Elemente laufend an. Die Person mit Demenz erlebt dabei eine einfache, vollständig geführte Umgebung – ohne Menüs und ohne dass eine eigene technische Bedienung nötig ist.
Die Umgebung kann über Farbe, Helligkeit, visuelle Komplexität sowie Umgebungsklang und Musik angepasst werden. Zusätzlich kann ein einzelnes, sorgfältig ausgewähltes virtuelles Element eingebracht werden – seine Erscheinung, Bewegung und Interaktion werden je nach emotionalem Ziel gewählt.
Das System kann dafür unter anderem Musik, Umgebungsklang, ein ausgewähltes visuelles Objekt, Inhalte mit Bezug zu persönlichen Erinnerungen, beruhigende oder aktivierende Elemente nutzen. Bewusst wird dabei nicht eine unbegrenzte Zahl an Elementen gleichzeitig gezeigt – im Mittelpunkt steht, konkurrierende Reize zu reduzieren.
Wirkprinzip als Konzept
Pastel Ball überträgt Prinzipien reizreduzierter und personenzentrierter Begleitung in einen kontrollierbaren virtuellen Raum. Weniger konkurrierende Reize und ein gezielt ausgewählter visueller oder akustischer Fokus sollen die emotionale Regulation unterstützen. Die tatsächliche Wirkung soll im Rahmen einer wissenschaftlichen Validierung untersucht werden.
Zahlen und Kontext Schweiz
≈160'000
Menschen leben aktuell mit Demenz in der Schweiz
≈35'000
Neudiagnosen pro Jahr
2050
ein deutlicher weiterer Anstieg der Zahl der Menschen mit Demenz erwartet
Quelle: Bundesamt für Gesundheit (BAG), 2025
Status und Validierung
Das Konzept ist aus der regelmässigen praktischen VR-Arbeit in Schweizer Betreuungseinrichtungen entstanden. Die nächsten Schritte sind der Aufbau eines MVP sowie eine systematische Validierung. Der wissenschaftliche Fokus wurde dabei auf Pastel Ball und Menschen mit Demenz konzentriert.